TRISTAN, FLORA

französische Philosophin, *1803 in Paris, †1844 in Bordeaux
T. gehörte der sozialpolitischen Strömung der Saint-Simonisten an. Durch diese kam sie auch mit dem Feminismus in Berührung. Die Ideen T.s lassen sich der Richtung des utopischen Sozialismus zuordnen. Ihre Werke enthalten zahlreiche für diese Richtung typische Gedanken: den unerschütterlichen Glauben an die Vervollkommnung der Menschheit; die Überzeugung, daß Bildung für den Fortschritt unerläßlich sei; die Bewertung der Arbeit als soziale Organisation; die Auffassung, die Arbeiterklasse sei die nützlichste Klasse der Gesellschaft; schließlich der Glaube daran, daß sich die Bourgeoisie, einmal überzeugt, an der friedlichen Umformung der Gesellschaft beteiligen werde.
Sicherlich ist T.s wichtigster Beitrag zum politischen und sozialen Denken die Verbindung, die sie zwischen der Emanzipation der Frau und dem Proletariat zieht.

Werk: De la nécessité de faire un bon accueil aux femmes étrangeres, 1835; Pétition pour le rétablissement du divorce, adressée a MM les députés, 1837; Fahrten einer Paria, 1983; Mephis on le prolétarire, 1838; Pétition Tendant à l’abolition de la peine de mort, 1839; Promenades dans Londres, 1840; Union Ouvrière: Le Journal du tour de France, L’émancipation de la femme ou le testament de la paria, 1843; Lettres, 1980; Meine Reise nach Peru, 1983; Le fils de Babel, 1986; Arbeiterunion: Sozialismus und Feminismus im 19. Jahrhundert, 1988; Flora Tristan. Utopian Feminist, 1993; Im Dickicht von London, 1993.

Weiterführende Literatur:  Philosophinnen-Lexikon

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