SUTTNER, BERTHA VON

österreichische Schriftstellerin und Pazifistin, *1843, †1914
S. gründete 1891 die österreichische Friedensgesellschaft, 1892–99 Herausgeberin der pazifistischen Zeitschrift Die Waffen nieder, Teilnahme an internationalen Friedenskongressen. 1905 wurde ihr als erster Frau der Friedensnobelpreis zuerkannt.
S. war permanent schriftstellerisch tätig, mußte sich aber durch ihre Arbeit finanzieren und schrieb neben politischen Artikeln publikumswirksame Romane, denen sie politische Botschaften einverleibte.
S.s Denken ist gezeichnet von den konfligierenden Theorien ihrer Epoche. Eine ihrer Leistungen liegt in der Integration dieser Ansätze zu einer überzeugenden Vision. Sie begründet Pazifismus in der Tradition des deutschen Idealismus, besonders anknüpfend an Schillers Fassung der Naturrechtslehre: Frieden als Grundlage des Glücks ist eine ‘ewige Wahrheit’, Leben ein ‘ewiges Recht’.

Werk: Inventarium einer Seele, 1883; Schriftstellerroman, 1888; Das Maschinenzeitalter. Zukunftsvorlesungen über unsere Zeit von Jemand, 1889/1891/1899; Die Waffen nieder! Eine Lebensgeschichte, 1889; Die Waffen nieder! Monatsschrift zur Förderung der Friedensidee (Hg.in), 1892–1899; Memoiren, 1909.

Weiterführende Literatur:  Philosophinnen-Lexikon

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