STÖCKER, HELENE

deutsche Philosophin und politische Aktivistin, *1869, 1943
S. war in der Deutschen Friedensgesellschaft und im radikalen Flügel der bürgerlichen Frauenbewegung politisch tätig. Von 1901 bis 1905 arbeitete sie als Dozentin für Philosophie an der neuen Berliner Lessing Hochschule; ab 1905 Lebensgemeinschaft mit Bruno Springer. 1905 gründete sie den Bund für Mutterschutz und gab die Zeitschrift Mutterschutz, später Die Neue Generation, heraus. Von 1919 bis 1929 war sie im Präsidium der Deutschen Friedensgesellschaft.
S. war eine der ersten deutschen Frauen mit philosophischem Doktorat. Ihre Dissertation belegt ihren erfolgreichen Umgang mit männlicher Wissenschaft und ist trotzdem das Ende ihrer akademischen Karriere. S.s politische Aktivität zielte auf eine Reform der Sexualmoral. Außerdem nahm sie eine konsequent pazifistische Position ein, und weist auf einen Zusammenhang zwischen Krieg und der Ausbeutung weiblicher Sexualität hin.

Werk: Zur Kunstanschauung des XVIII. Jahrhunderts. Von Winckelmann bis Wackenroder, 1902; Die Liebe und die Frauen, 1906; Verkünder und Verwirklicher. Beiträge zum Gewaltproblem nebst einem zum ersten Male in deutscher Sprache veröffentlichten Briefe Tolstois, 1928; Die Neue Generation. Publikationsorgan des Bundes für Mutterschutz. (Hg.in) 4/190828/1933, (vormals Mutterschutz. Zeitschrift zur Reform der sexuellen Ethik. 1/19053/1907).

Weiterführende Literatur:  Philosophinnen-Lexikon

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