SHIKIBU, MURASAKI

japanische Dichterin und Gelehrte, *973/5, 1014 in Kyoto
Die Angaben zu S.s Leben sind uneinheitlich. Ihr wirklicher Name ist unbekannt. Sie war Hofdame und Unterweiserin von Kaiserin Akiko). Sie war eine bekannte Dichterin, die nicht nur die Frauenschrift (onnamoji), sondern auch die offizielle Schriftsprache, die sogenannte Männerschrift (otokomoji) beherrschte.
Erhalten sind ein Tagebuch, das Murasaki Shikibu nikki, sowie die Gedichtesammlung Murasaki Shikibu shu. Ihre Gedichte wurden in kaiserlichen Anthologien aufgenommen, was als hohe Auszeichnung galt.
Herausragend ist ihr Roman Genji Monogatari (Erzählung von Genji) der zur Weltliteratur zählt.Philosophisch relevant ist dieser Text durch die feinfühlige Differenzierung der Charaktere und ihrer Vernetzung zu einem subtilen System von Gedanken und Gefühlen. S. entwickelt dadurch ästhetische, existentielle und religiöse Dimensionen, die auch philosophisch von Bedeutung sind.

Werk: Genji Monogatari, I-VI, hg.v. Yamagishi Tokuhei, 1965; Murasaki Shikibu. Her Diary and Poetic Memoirs, übers.v. R. Bowring, 1982; The Tale of Genji. A Novel in Six Parts. übers.v. A. Waley, 1935/1960; The Tale of Genji I-II, übers.v. E.G. Seidensticker, 1976; Genji Monogatari. Die Geschichte vom Prinzen Genji. Altjapanischer Liebesroman aus dem 11. Jahrhundert, verfaßt von der Hofdame Murasaki, III, übers.v. O. Benl, 1966; Die Geschichte vom Prinzen Genji wie sie geschrieben wurde um das Jahr eintausend unserer Zeitrechnung von Murasaki, Hofdame der Kaiserin von Japan, III, aus dem Engl. übers.v. H.E. Herlitschka, 1987.

Weiterführende Literatur:  Philosophinnen-Lexikon

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