SCHURMANN, ANNA MARIA VAN

niederländische Gelehrte,
*5. November 1607 in Köln, †4. Mai 1678 in Wiewert
Sch. gehört zu den wenigen anerkannten gelehrten Frauen der frühen Neuzeit. Trotz der großen Anerkennung und Akzeptanz in der männlichen Gelehrtenwelt zeigt Schurmanns Lebenslauf, daß auch sie an der starren Ausrichtung der Frauenrolle letztendlich scheiterte. Sie sprach und schrieb nicht nur fließend Latein und Griechisch, sondern hatte auch Kenntnisse in Sprachen, wie Französisch, Italienisch, Englisch, Hebräisch, Syrisch, Persisch, Arabisch und sogar Äthiopisch. Berühmt wurde sie durch ein Festgedicht auf die Universität Utrecht, das sie öffentlich vortrug. Durch persönliche Beziehungen durfte sie als Gasthöherin den theologischen Vorlesungen der Uni beiwohnen. Allerdings in einer eigenen Loge hinter einem Vorhang vor den Augen der Studenten verborgen.
Philosophisch interessant ist vor allem ihre Abhandlung De capacitate ingenii muliebris ad scientias. Darin fragt Sch. mit  welchem Recht (christliche) Frauen vom wissenschaftlichen Studium ausgeschlossen werden. Durch ihre streng logisch-rationalen Argumente beweist sie: „Der christlichen Frau kommt das Studium der Wissenschaften zu“.

Werk: Opuscula Hebraeca, Graeca, Latina, Gallica, Prosaica et Metrica, 1648 (enthält: De capacitate ingenii muliebris ad scientias und De vitae humanae termino);  Eukleria oder Erwählung des besten Teils, 1783; Verbastert Christendom, 1992.

Weiterführende Literatur:  Philosophinnen-Lexikon Die Welt der Philosophin II

Zurück zu S                                                                                Weiter