PAN CHAO

chinesische Philosophin und Gelehrte, ca. 45120 n.u.Z.
P., die einer vornehmen und wohlhabenden Familie entstammte, nimmt unter den weiblichen Gelehrten Chinas in mehrfacher Hinsicht einen herausragenden Platz ein. Sie war die Erzieherin der jungen Kaiserin Teng. Nach dem Tod ihres Vaters und ihres Bruders erhielt P. den Auftrag, die Geschichte der Han-Dynastie fortzuschreiben. Damit war sie die erste und einzige Frau, die je eine vergleichbare Stellung am Kaiserhof innehatte.
P. verfaßte 16 Werke, die allerdings nur in Bruchstücken erhalten geblieben sind. Zu ihren wichtigsten Arbeiten zählen: das Han Shu (Geschichte der Han-Dynastie) und  das Nu Chien (Lektionen für Frauen). Diese Arbeiten weisen P. als eine intime Kennerin der klassischen Schriften und der Wissenschaften aus.
P. ist die erste Denkerin in der Geschichte der chinesischen Philosophie, die eine geschlossene Morallehre für die Frau formuliert hat. Auch wenn die Inhalte voll und ganz den gesellschaftlichen und sittlichen Regeln ihrer Zeit entsprachen, so war sie doch bahnbrechend in ihrer Forderung nach einer Gleichbehandlung von Mann und Frau hinsichtlich der moralischen Bildung.

Weiterführende Literatur:  Philosophinnen-Lexikon

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