NOGAROLA, ISOTTA

italienische Gelehrte, *1418 in Verona, 1466 in Venedig
N. und ihrer Schwester Ginevra wurden, obwohl sie Mädchen waren, in ihrem Bildungsdrang sehr gefördert. Sie erhielten Lateinstunden und wurden in den Klassikern und Kirchenvätern unterrichtet.
In der Zeit zwischen 1434 und 1440 korrespondierten die Schwestern mit den bedeutensten Humanisten der Renaissance. Vielleicht vom Beispiel ihrer Schwester Ginevra abgeschreckt, die nach ihrer Heirat das Studium abbrach, legte N. ein selbsternanntes Keuschheitsgelübde ab. Daraufhin verbrachte sie, zurückgezogen vom Rest der Familie, ihr Leben allein in der Bibliothek im Hause ihrer Mutter.
N.s berühmtestes Werk entstand aufgrund eines lebhaften Briefwechsels mit dem Humanisten Foscarini. Ausgelöst wurde er durch den Ausspruch des heiligen Augustinus, daß Eva mehr Schuld an der Erbsünde trage als Adam. Im Dialog Über die gleiche oder ungleiche Sünde Evas und Adams diskutiert N. deshalb  die Frage, ob die Frau dem Mann unterlegen sei.

Weiterführende Literatur:  Philosophinnen-Lexikon, Die Welt der Philosophin II

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