MAKRINA DIE JÜNGERE

kleinasiatische Asketin, *ca. 327, 380 n.u.Z.
M. war die Enkelin von Makrina der Älteren und die Tochter der Heiligen Emmelia; auch M. wurde heilig gesprochen.
Ein eigener philosophischer Text ist von M. nicht erhalten; überliefert ist ihre Biographie, verfaßt von ihrem Bruder, Gregor von Nyssa.
M. verfügte über eine ausgezeichnete Bildung, in der ihr Teile des Alten Testamentes, sittliche Lehren, aber auch griechische Philosophie vermittelt wurden. M. überzeugte ihre Mutter von dem Vorhaben, in einer klösterlichen Gemeinschaft mit anderen Frauen, auch ehemaligen Dienerinnen, zusammenzuleben. Deshalb kann M. als Gründerin eines der ersten Frauenklosters bezeichnet werden.
Angeblich auf dem Sterbebett M.s führte der Bruder Gregor ein Gespräch mit ihr Über die Seele und die Auferstehung.  Dieser Dialog ist eine philosophische Abhandlung über das Wesen der Seele. Sie wird als unsterbliche und nicht zusammengesetzte Einheit verstanden. Die Verschiedenheit des aus Elementen zusammengesetzen Körpers und der gottverwandten Seele sowie die Vermittlungsaufgabe der Seele bei sinnlichen Wahrnehmungen werden darin thematisiert.

Weiterführende Literatur Philosophinnen-Lexikon, Die Welt der Philosophin I
 

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