MÄRTEN, LU

deutsche Kunstphilosophin und Schriftstellerin, *24. September 1879 in Berlin-Charlottenburg, 12. August 1970 in Berlin-Steglitz
M. engagierte sich früh in sozialreformerischen und künstlerischen Gruppierungen, wurde ca. 1903 Mitglied der SPD und trat 1920 der KPD bei. Seit 1898 war sie journalistisch und literarisch tätig, wobei sie vorwiegend für Zeitungen der sozialdemokratischen Frauenorganisationen, wie die von Clara Zetkin gegründete Gleichheit und die Arbeiterinnen-Zeitung, schrieb. Sie verfaßte Rezensionen, Gedichte, Kindergeschichten sowie Beiträge zu Kunst und Literatur.
1924 erschien M.s theoretisches Hauptwerk Wesen und Veränderung der Formen/Künste. Resultate historisch-materialistischer Untersuchungen, das von linksintellektuellen KPD-Kreisen jedoch weitgehend ignoriert wurde. Nach 45 nahm M. ihre publizistische Tätigkeite wieder auf. Sie war fast ausschließlich in der sowjetischen Besatzungszone bzw. der DDR tätig.
In ihren Publikationen bemühte sie sich nun darum, an die 1933 abgebrochene politische wie ästhetische Tradition zu erinnern. Neben Artikeln zu Clara Zetkin, Rosa Luxemburg, Paula Modersohn-Becker und Peter Hille verfaßte sie das 1949 erschienene Buch Zur Geschichte der Frau vom Mutterrecht bis zur Gegenwart.
Zentrales Thema M.s ist die Annahme einer ursprünglichen Einheit von Arbeit und Kunst. Kunst sei ursprünglich aus Arbeit entstanden, eine Verbindung, die im Zuge der gesellschaftlichen Arbeitsteilung zerstört wurde.

Werk: Meine Liedsprachen. Gedichte, 1906; Torso. Das Buch eines Kindes, 1909; Bergarbeiter. Schauspiel in einem Akt, 1909; Die wirtschaftliche Lage der Künstler, 1914; Die Künstlerin, 1919; Historisch-Materialistisches über Wesen und Veränderung der Künste. Eine pragmatische Einleitung, 1921; Wesen und Veränderung der Formen/Künste. Resultate historisch-materialistischer Untersuchungen, 1924/1949; Bürgermeister Tschesch und seine Tochter. Erinnerung an den Vormärz, 1948; Zur Geschichte der Frau vom Mutterrecht bis zur Gegenwart, 1949; Formen für den Alltag, hg.v. R. May, 1982.

Weiterführende Literatur:  Philosophinnen-Lexikon

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