KOFMAN, SARAH

französische Philosophin und Schriftstellerin, *14. September 1934 in Paris, †1995 (durch Selbstmord)
K. arbeitete als Professorin am Lycée Saint-Sermin in Toulouse; 1962–70 war sie Professorin am Lycée Claude-Monet in Paris. Von 1970–88 arbeitete sie als Assistentin an der Sorbonne, unterbrochen durch verschiedene Auslandsaufenthalte und Gastprofessuren in USA, Kanada, Portugal, Niederlande und der Schweiz. Seit 1991 war K. als Professorin für Philosophie an der Sorbonne.
K.s erste Veröffentlichungen erschienen in den 60er Jahren und hatten neben Freud auch Nietzsche zum Thema. Wenn K.s Interesse an Philosophie anfangs mehr klassischen Texten zugewandt war, so sind in den 80er Jahren zunehmend feministische Fragestellungen zu finden. Sehr persönliche Züge trägt ihre Arbeit Erstickte Worte. Darin befaßt sich K. eingehend mit dem Bezug zwischen literarischer Arbeit und dem Holocaust. Angeregt wurde diese Arbeit durch das Schicksal ihres Vaters, der in Auschwitz ermordet worden ist und dem K. ihr Buch gewidmet hat.

Werk: L’enfance de l’art, une interprétation de l’esthétique freudienne, 1970; Nietzsche et la métaphore, 1972; Camera obscura: de l’idéologie, 1973; Quatre romans analytiques, 1974; Schreiben wie eine Katze: Zu E.T.A. Hoffmanns Lebensansichten des Katers Murr, 1985; Aberrations: le devenir-femme d’Auguste Comte, 1978; Nerval: Le charme de la répétition, 1979; Nietzsche et la scène philosophique, 1979; Le respect des femmes (Kant et Rousseau), 1982; L’enigme de la femme, 1983; Comment s’en sortir, 1983; Un metier impossible: Lecture de Construction en analyse, 1983; Derrida lesen, 1988; Melancholie der Kunst, 1986; The Enigma of Woman, 1985; Die lachenden Dritten: Freud und der Witz, 1990; Erstickte Worte, 1988; The Childhood of Art: An Interpretation of Freud’s Aesthetics, 1988; Socrate(s), 1989; Séductions: De Sartre à Héraclite, 1990; Explosion I: De l’Ecce Homo de Nietzsche, 1992; Explosion II: Les enfants de Nietzsche, 1993; Die Kindheit der Kunst, 1993; Le mépris des Juifs, 1994; Rue Ordener, Rue Labat: autobiographisches Fragment, 1995.

Weiterführende Literatur:  Philosophinnen-Lexikon, Die Welt der Philosophin IV

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