KATHARINA VON SIENA

italienische Theologin, *25. März 1347, 29. April 1380
K. beeindruckte bereits zu Lebzeiten durch ihre asketische Strenge. Nahrung und wurden Schlaf wurden von ihr auf ein Minimum reduziert und sie widmete sich der Pflege Kranker, auch bei einer Pestepidemie. K. erlebte mehrere Visionen, während einer empfing sie die Stigmata. Sie war eine berühmte Persönlichkeit und trat auch in politischen Konflikten als Vermittlerin auf. 1375 erreichte sie, daß die Städte Pisa und Lucca gegenüber dem Papst in Rom Loyalität bewahrten, und auch der Frieden zwischen Florenz und Gregor XI., 1378, wird auf ihren Einfluß zurückgeführt. Hauptziel ihrer politischen Aktivität war die Rückkehr des Papstes 1376 von Avignon nach Rom.
1461 wurde K. heiliggesprochen, 1866 zur Mitpatronin Roms und 1940 zur Patronin von ganz Italien erklärt. Papst Paul VI. verlieh ihr 1970 den Titel einer Doktorin der Kirche.
In ihrem Hauptwerk, Der Dialog, oder Buch göttlicher Lehre, (gemeint ist der Dialog zwischen der Seele und Gott), legt sie ihre Interpretation vom wahren christlichen Leben dar. Es basiert auf den christlichen Tugenden und führt bis zur völligen Negierung des eigenen Willens zugunsten Christi.

Werk: Briefe der heiligen Katharina von Siena, 1931; Politische Briefe, 1944; Gespräch von Gottes Vorsehung, 1964; Werke, hg.v. L. Gnädiger, 1980; Obras de Santa Catalina de Siena: El Diálogo Oraciones y Soliloquios, 1980; Ausgewählte Texte aus den Schriften einer großen Heiligen, 1981; Obras de Santa Catalina de Siena Espiritu y Doctrina, 1982; Engagiert aus dem Glauben: Politische Briefe, 1990.

Weiterführende Literatur:  Philosophinnen-LexikonPhilosophinnen-Lexikon, Die Welt der Philosophin I

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