JULIANA VON NORWICH

mittelalterliche Mystikerin, *ca. 1342, †1413 oder 1420
Nur durch wenige historische Quellen und die von ihr erhaltenen Texte, ist die englische Mystikerin und Einsiedlerin J. überliefert. Sie lebte im 14. Jahrhundert, einer Blütezeit der Mystik in England und gilt als eine ihrer Hauptvertreterinnen.
Bekannt wurfe J. durch eine Vision, die einzige, die sie in ihrem Leben hatte. Sie erlebte die Vision als Heilung aus einem schweren Krankheit. Die in der Vision enthaltenen 16 Offenbarungen wurden von ihr selbst aufgeschrieben.
J. gilt als Leidensmystikerin, bereits vor ihrer Vision hatte sie starke Leidenswünsche und wollte durch eigene Krankheiten die Leiden Christi teilen. Dabei ist ihre Leidensmystik nicht passiv, sondern aktives Mitleiden.
Im Unterschied zu anderen MystikerInnen schrieb J. dem christlichen Gott väterliche und mütterliche Aspekte zu. Denn vollendet ist die Schöpfung erst durch die Kombination von mütterlicher Weisheit und väterlicher Vernunft.

Werk: Julian of Norwich’s Revelations of Divine Love, hg.v. Frances Beer, 1978 (mittelengl.); Julian von Norwich: Offenbarungen von göttlicher Liebe, hg.v. E. Strakosch, 1960 (Auszüge); Juliana von Norwich: Offenbarungen der göttlichen Liebe, hg. v. Otto Karrer, 1926 (langer Text); Anna Maria Reynolds (Hg.in): Juliana von Norwich. Eine Offenbarung göttlicher Liebe, Kürzere Fassung der 16 Offenbarungen, 1960.

Weiterführende Literatur:  Philosophinnen-Lexikon, Die Welt der Philosophin I

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