HOLST, AMALIE

deutsche Philosophin, *1758 in Altona, †1829 auf Teldau bei Boitzenburg
Über H.s Leben ist sehr wenig bekannt. Ihr Vater, Johann Heinrich Gottlob von Justi, war ein Intellektueller, der für die Gleichberechtigung der Frauen eintrat.
H. verfaßte mehrere Bücher und erhielt dafür den Titel ‘Doktorin der Philosophie’ von der Universität Kiel. In ihrem Buch Über die Bestimmung des Weibes zur höheren Geistesbildung (1802) kritisiert H. die Ungerechtigkeit und Parteilichkeit der Männer, mit der das weibliche Geschlecht beurteilt wird. H. fordert die gleiche Bildung für Mädchen und Jungen. Sie verteidigt das Recht der Frauen, sich den Studien zu widmen, auch wenn sie dadurch ihre ‘weiblichen’ Pflichten vernachlässigen. Darüberhinaus zeigt H., daß eine ‘höhere Geistesbildung’ für die Frauen vorteilhaft für die Erfüllung ihrer Pflichten wäre.

Werk: Bemerkungen über die Fehler unserer modernen Erziehung von einer praktischen Erzieherin, 1791; Über die Bestimmung des Weibes zur höheren Geistesbildung, hg.v. B. Rahm, 1982/1984; Beurteilung über Elisa, oder das Weib wie es sein sollte, 1799; Die Frau ist frei geboren. Texte zur Frauenemanzipation, Bd. I, 1789–1870, hg.v. H. Schröder, 1979.

Weiterführende Literatur:  Philosophinnen-Lexikon, Die Welt der Philosophin III

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