HELLER, AGNES

ungarisch/amerikanische Philosophin, *12. Mai 1929 in Budapest
H. war die Schülerin des marxistischen Theoretikers Georg Lukács. Ihr unabhängiges Denken führte zum Ausschluß aus der Kommunistischen Partei wegen ‘falscher und revisionistischer Ideen’. Später wurde sie rehabilitiert und in die ungarische Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Nach dem erneuten Ausschluß ließ sie sich in den USA nieder, wo sie heute an der Hannah Arendt Hochschule in New York Philosophie und Politikwissenschaft lehrt.
H. verfaßte weit über 30 Bücher und ca. 150 Artikel. Sie ist Trägerin des Lessing-Preises der Stadt Hamburg.
H.s Werk hat drei Schwerpunkte:  Gesellschaftstheorie,  Ethik und die Frage nach dem Verhältnis von Gefühl und Vernunft. H.s Theorie der Gefühle ist auch die Basis für einen neuen Ansatz in der Erkenntnistheorie. Dessen Ziel ist es gefühlsbetonte Urteile mit kritischen Überlegungen zu koordinieren. Im ständigen Austausch mit den Gefühlen und Gedanken anderer soll die eigene Kritik verifiziert werden.

Werk: Alltag und Geschichte, 1970; Hypothesen über eine marxistische Theorie der Werte, 1972; Theorie der Bedürfnisse bei Marx, 1976/1980; Instinkt, Aggression, Charakter, 1977; Philosophie des linken Radikalismus, 1978; Das Alltagsleben, 1978/1981; Theorie der Gefühle, 1980; Das Leben ändern. Heller im Gespräch mit F. Adornato, 1981; Der sowjetische Weg, 1983; Der Mensch der Renaissance, 1988; The Postmodern Condition (mit F. Fehér) 1989; A Philosophy of Morals, 1990.

Weiterführende Literatur:  Philosophinnen-Lexikon

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