HADEWIJCH VON ANTWERPEN

niederländische Mystikerin, 1. Hälfte 13. Jh.
Über die Lebensdaten der mittelalterlichen Mystikerin und Begine H. ist wenig bekannt. Die Forschung nimmt aufgrund ihrer erhaltenen Texte an, daß sie in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts zu datieren ist. Belegt wird diese Vermutung durch Personen, die H. in ihren Schriften erwähnt und die auf diese Zeit hinweisen. Erhalten sind von H.s Werken zwei Gedichtzyklen, die Niederschrift ihrer Visionen und Briefe, die sie an andere Beginen schrieb; sie wurden wahrscheinlich zwischen 1220 und 40 verfaßt. H. steht mit Beatrijs von Nazareth am Anfang der niederländischen Literatur.
Das Thema der Schriften H.s ist die Minne, die von ihr mit Christus oder Gott identifiziert wird. In der Auffassung H.s soll der Mensch in den Dienst der Königin Minne treten und ihr ‘schönen Dienst leisten’; das heißt, der Mensch soll in seinem irdischen Dasein Christus nachfolgen. Dies gehört im Denken H.s wesentlich zum Weg des Aufstiegs und der mystischen Vereinigung der Seele mit Gott.

Werk: Sämtliche Werke, hg.v. J.O. Plassmann, 2 Bde, 1923; Visioenen, hg.v. J. van Mierlo, 1924–1926; Brieven, hg.v. J. van Mierlo, 1947; Strophische gedichten, hg.v. J. van Mierlo, 1942; Mengeldichten, hg.v. J. van Mierlo, 1952.

Weiterführende Literatur:  Philosophinnen-Lexikon, Die Welt der Philosophin I

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