GERTRUD VON HELFTA/DIE GROSSE

mittelalterliche Mystikerin, *6. Januar 1256, †1301/2 in Helfta
G. war eine der größten Gelehrten ihrer Zeit und eine berühmte Äbtissin. Sie machte das Kloster Helfta zu einem kulturellen und mystischen Zentrum des Hoch- und Spätmittelalters.
G. war sehr gebildet. Sie befaßte sich intensiv mit der Heiligen Schrift, den Kirchenvätern Augustinus und Gregor dem Großen und las die Schriften des Mystikers Bernhard von Clairvaux.
G. ist die einzige Frau, der während der gesamten Kirchengeschichte der Ehrentitel ‘die Große’ verliehen wurde. Eine Auszeichnung, die z.B. Päpsten wie Leo I., Gregor I. und Nikolaus I. zuteil wurde. Seit 1677 ist ihr Name im Römischen Martyrologium zu finden, ab 1739 wurde sie offiziell als Heilige verehrt.
Hauptwerke G.s sind die Geistlichen Übungen und der Gesandte der göttlichen Liebe. Der Gesandte gilt als ihr bekanntester Text. Den Kern bildet der zweite Teil, in dem G. ihre Visionen schildert. Zentrales Thema ist das Leiden, das sie als Mittel zur Reinigung der sündigen menschlichen Seele ansah.

Werk: Gesandter der göttlichen Liebe (Legatus divinae pietatis), übers. v. J. Lanczkowski, 1988; Exercitia Spiritualia (Geistliche Übungen), übers.v. J. Lanczkowski, im Druck.

Weiterführende Literatur:  Philosophinnen-Lexikon

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