DRUSKOWITZ, HELENE

österreichische Philosophin und Dramatikerin, *2. Mai 1856 bei Wien, †31. Mai 1918 in der Nervenheilanstalt Mauer-Öhling (Niederösterreich)
D. war die zweite Doktorin der Philosophie überhaupt. Selbstbewußt versuchte sie sich durch rege Publikationstätigkeit einen Namen als Philosophin und Schriftstellerin zu machen. Allerdings versteckte sie ihr weibliches Geschlecht oft hinter männlichen Pseudonymen.
Philosophie bedeutete für D. wesentlich Religionskritik. Diese war verbunden mit der Aufgabe, der Religion die Begründung einer (nicht-religiösen) Weltanschauung entgegenzusetzen.
Radikal war auch ihre Patriarchatskritik. In ihren Normalsätze(n) für das männliche Geschlecht und Maximen für Frauen empfiehlt sie den Männern, Selbstkritik zu üben und die Unwürdigkeit ihres Geschlechts zu erkennen. Als Lohn verspricht sie ihnen ein reines Gewissen und einen klaren Himmel. Den Frauen rät sie „die Teilung der Städte nach den Geschlechtern“, die Ehelosigkeit, den Kampf für Gleichberechtigung, die Männer zu hassen und „in Sympathie für das eigene Geschlecht“ zu leben.

Werk: Sultan und Prinz, 1882; Der Präsident vom Zitherclub, 1883/4 (verschollen); Percy Bysshe Shelley, 1884; Drei englische Dichterinnen, 1885; Moderne Versuche eines Religionsersatzes, 1886; Wie ist Verantwortung und Zurechnung ohne Annahme der Willensfreiheit möglich? 1887; Zur neuen Lehre. Betrachtungen, 1888; Zur Begründung einer neuen Weltanschauung (Zur neuen Lehre) 1889; Eugen Dühring. Eine Studie zu seiner Würdigung, 1889; Aspasia, 1889; Die Pädagogin, 1890; Philosophischer Rundfragebogen 1903; Pessimistische Kardinalsätze 1905 (unter dem Titel: Der Mann als logische und sittliche Unmöglichkeit und als Fluch der Welt, 1988 neuaufgelegt).

Weiterführende Literatur:  Philosophinnen-Lexikon, Die Welt der Philosophin III

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