DOHM, HEDWIG

deutsche Philosophin, *20. September 1831 in Berlin, †1. Juni 1919
1872 trat D. zum erstenmal als Frauenrechtlerin an die Öffentlichkeit, und zwar mit ihrem Buch Was die Pastoren von den Frauen denken. Sie verfaßte zahlreiche theoretische Schriften, Romane und Theaterstücke.
Ihr Programm war es, die tradierten Vorurteile gegen die Frauen zunächst als solche zu entlarven. Dadurch sollte ihre ideologische Basis, d.h. die  egoistischen männlichen Interessen, außer Kraft gesetzt werden. In diesem Sinne war sie eine Denkerin der Aufklärung, denn sie bekämpfte mit Hilfe der Vernunft den ‘metaphysischen Aberglauben’ der ‘Bestimmung der Frau’. Es ist der Verdienst D.s, den pseudowissenschaftlichen Diskurs der damaligen akademischen Autoritäten in bezug auf die notwendige untergeordnete Stellung der Frau entkräftet zu haben.

Werk: Was die Pastoren von den Frauen denken, 1986; Der Jesuitismus im Hausstande. Ein Beitrag zur Frauenfrage, 1873; Die wissenschaftliche Emanzipation der Frau, 1977; Der Frauen Natur und Recht, 1986; Die Antifeministen, 1976; Die Mütter, Beitrag zur Erziehungsfrage, 1903; Erziehung zum Stimmrecht der Frau, 1909; Die sexuelle Moral der Frau, in: Die Frauenfrage in Deutschland 1865–1915, hg.v. E. Frederiksen 1981.

Weiterführende Literatur:  Philosophinnen-Lexikon, Die Welt der Philosophin III

Zurück zu D                                                                                 Weiter