ASTELL, MARY

englische Philosophin und Feministin, *1666 in Newcastle-upon-Tyne, 1731
A. ist eine frühe Feministin und Aufklärerin. Ihre Themen waren die Frauenbildung und die Praktiken des bürgerlichen Heiratsmarktes.
Eng verbunden mit diesen Problemen ist die Frage nach der Natur, der Intelligenz und der Seele der Frau. A. setzte damit auch die Diskussion um die Rechtmäßigkeit ihrer Unterdrückung in Gang. Die Hauptaussage in A.s gesamten Texten ist, daß Frauen über genausoviel Rationalität und Vernunft verfügen wie Männer. Die Unterschiede zwischen beiden Geschlechtern führt sie in erster Linie auf die Erziehung zurück. Deshalb sei die gleiche Förderung und Bildung für Frauen notwendig.
A.s Ziel war es nicht, daß Frauen politische Ämter oder Machtpositionen in der Wirtschaft einnehmen sollten. Sie sollten vor allem ihre schmückende Rolle im Privatleben der Männer aufgeben; d.h. die Energie für eine intellektuelle Bildung müsse in erster Linie von den Frauen selbst ausgehen.

Werk: A Serious Proposal to the Ladies, Teil I, 1694, Teil II, 1697; Letters Concerning the Love of God, 1695; Some Reflections upon Marriage, 1700; Moderation truly Stated, 1704; A Fair Way With the Dissenters and their Patrons, 1704; An Imperial Enquiry into the Causes of Rebellion and Civil War in this Kingdom, 1704; The Christian Religion, 1705; Bart'lemy Fair: Or, An Enquiry after Wit, 1709; B. Hill (Hg.in): The First English Feminist. Reflections Upon Marriage and other writings by Mary Astell, 1986.

Weiterführende Literatur:  Philosophinnen-Lexikon,  Die Welt der Philosophin III

Zurück zu A                                                                                         Weiter