AGNESI, MARIA GAETANA

italienische Mathematikerin und Philosophin, *1718,  1799
Schon mit 9 Jahren galt A. als Wunderkind; sie beherrschte Italienisch, Französisch, Deutsch, Latein, Griechisch und Hebräisch. Auch an den gelehrten Diskussionen im Elternhaus nahm sie teil. Ergebnis ist ihre Schrift Propositiones philosophicae, die sie mit zwanzig Jahren publizierte. Der Text besteht aus 191 Thesen und erstreckt sich über die gesamte damalige Naturwissenschaft. Darin verbindet sie die Newtonsche Physik mit der Metaphysik Malebranches. Auf diese Weise können die Grundbegriffe und Methoden der Naturwissenschaft erkenntnistheoretisch reflektiert werden.
Ergebnis ihrer mathematischen Forschungen ist der Text Instituzioni Analitiche. A. sichert darin die Grundlagen der Analysis, die sie in einer methodischen Ordnung präsentiert. Indem sie viele wichtige Kurven zum erstenmal mit Hilfe des Analysiskalküls untersucht und graphisch darstellt (z.B. an der nach ihr benannten Kurve Versiera), fördert sie die Systematisierung der analytischen Geometrie.

Werk: Oratio, qua ostenditur: Artium liberalium studia a Femineo sexu neutiquam abhorrere, in: Discorsi Accademici di varj autori viventi intorno agli Studj delle Donne, 1729, S. 91-105; Propositiones philosophicae, 1738; Instituzioni Analitiche ad uso della Gioventà italiana, 2 Bde., 1748.

Weiterführende Literatur: Philosophinnen-Lexikon 

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