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Geschichte
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Philosophin des Monats Juli
Jeanne Hersch
Sie gehörte zu einer der ersten Studentinnengenerationen, hörte bei Heidegger und Jaspers. Die Phase der Machtergreifung Hitlers hat sie sehr bewusst erlebt und die herrschende Atmosphäre als vergiftet beschrieben. Hersch wurde 1962 als eine der ersten Frauen Professorin für Philosophie in der Schweiz. In ihren Texten richtete sie ihren Blick immer auf das Wesen, das Grundlegende. Die zeitgenössische Philosophie hat längst vergessen, nach dem Sein oder der Wahrheit zu fragen. Ihr bekanntester Text ist sicherlich „Das philosophische Staunen“. Er geht zurück zu den Anfängen der Philosophie. Platon sah im Staunen den Moment, in dem der Mensch anfängt zu philosophieren. Das Staunen über die Welt, die er vorfindet. Das philosophische Staunen befasst sich nicht mit ungewöhnlichen Dingen, wie Wundern oder Erfindungen. Der Philosoph und die Philosophin staunen über das Alltägliche. Es liefert den Anstoß, um über das Sichtbar hinaus zu denken. Deshalb geht das philosophische Staunen auch nie zu ende, es ist ein schöpferischer Prozess. „Mögen die Leser ihr eigenes Staunen im Staunen anderer wiederfinden oder neu erkennen“. Anlässlich ihres 100. Geburtstages wird Jeanne Hersch mit der Gründung der Jeanne Hersch-Gesellschaft geehrt.
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