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Philosophin des Monats Februar


Mary Whiton Calkins


Die Frage nach dem Sein stellt die Philosophie seit ihren Anfängen. Inzwischen hat man allerdings den Eindruck, die Philosophie hat sich von diesem Thema abgewandt. Die „großen“ Fragen sind in den Hintergrund getreten, zugunsten des Strebens nach Alltagstauglichkeit. Die amerikanische Philosophin Mary Whiton hat diese Frage zu Beginn des 20. Jahrhunderts erneut gestellt. Ihr idealistischer Ansatz rückt den Menschen in den Mittelpunkt einer nach Wahrhaftigkeit strebenden Gesellschaft. Diese wird getragen von der Idee eines alles umschließenden Seins, das durch und durch personalistisch ist.

Hier finden sich Anklänge an die asiatischen Philosophien, die die Person und ihre geistige Realität absolut setzen. Auch Platon klingt durch, wenn Whiton davon spricht, dass der Geist von einer niedrigeren Ebene der Existenz zu einer höheren gelangen kann und muss. Diese neue Ordnung der Existenz schlägt sich in einem bestimmten Verhaltensmuster nieder, eben der Wahrhaftigkeit.

Als eine der ersten Studentinnen hat sich Whiton neben der Philosophie auch der Psychologie zugewandt. Das ist auch der Grund für ihre intensive Beschäftigung mit dem Guten im Menschen. Sie findet es nicht im tugendhaften Verhalten wie viele andere Philosophen, sondern im menschlichen Willen. Er gibt die Richtung seines Handelns vor und verleiht dem Menschen die Kraft seine Instinkte zu kontrollieren.


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